Der Herbst ist wild

22. November 2019

Alljährlich häufen sich im Herbst Unfälle mit Wild. Das ist auch nicht verwunderlich, da das Wild im Frühjahr und Herbst am Aktivsten ist. Auffällig ist, dass sich die meisten Wildunfälle in der Dämmerung und in der Nacht ereignen, also zwischen 5 bis 8 Uhr morgens und 17 bis 22 Uhr abends. Sie fallen mit den Phasen erhöhter Aktivität des Wildes zusammen.

 

Das Unfallrisiko erhöht sich in der Dunkelheit, insbesondere in Waldgebieten, um ein Vielfaches. In der Nacht wird nur noch ein Bruchteil dessen gesehen, was am Tage registriert wird. Geringere Wahrnehmungen durch Blendeffekte, verschmutzte Scheiben und andere Faktoren treten auf. Hinzu kommen ungünstige Witterungsbedingungen wie Nebel oder Regen, die die Sicht beeinträchtigen.

 

Mit zunehmender Geschwindigkeit steigt auch das Unfallrisiko. Bei den auf bundesweiten Landstraßen vielfach zu hohen Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h ist die Gefährdung nicht mehr kalkulierbar. Passen Sie Ihre Geschwindigkeit den Gegebenheiten an und riskieren Sie weder Ihr eigenes Leben, noch das Leben von Wild.

 

Nachfolgend geben wir Ihnen einige Tipps an die Hand wie Sie Kfz-Unfälle mit Wild vermeiden können. Für den Fall, dass es doch mal „kracht“, erhalten Sie darüber hinaus einige wichtige Verhaltensregeln.

 

Achten Sie bitte generell darauf, ausreichend Abstand zum Vordermann einzuhalten. Vielleicht nimmt dieser Wild am Straßenrand wahr und muss deswegen eine Vollbremsung machen. Als Faustregel für einen adäquaten Abstand zum Vorausfahrenden gilt „die halbe Tacholänge“ als Richtwert. Wenn Sie Wild in der Nähe der Straße wahrnehmen, blenden Sie ab und bremsen Sie. Achten Sie dabei möglichst auf den nachfolgenden Verkehr.

 

Wenn der Zusammenprall unvermeidlich ist halten Sie die Lenkung gerade. Machen Sie eine Vollbremsung und riskieren Sie keine waghalsigen Ausweichmanöver!

 

Nach dem Zusammenstoß sichern Sie als erstes die Unfallstelle (Warnblinklicht einschalten, Warndreieck aufstellen). Anschließend ist unverzüglich die Polizei oder auch der zuständige Jäger oder Förster zu informieren. Jede vorsätzliche oder fahrlässige Verletzung dieser Anzeigepflicht kann zu einer Schadensersatzforderung des Jägers oder Försters führen. Geben Sie bei der Benachrichtigung immer die genaue Position (Straße und km-Stein) an.

 

Berühren Sie das Wild nicht und nehmen Sie es auf keinen Fall mit. Jedes Mitnehmen von verunglücktem Wild, kann den Tatbestand der Wilderei erfüllen und zu einer Verurteilung führen. Läuft das Wild weiter, kennzeichnen Sie die Unfallstelle deutlich sichtbar.

 

Wussten Sie, dass bei einem Unfall mit 50 km/h, das Aufprallgewicht eines Körpers dem 25fachen Eigengewicht entspricht, bei 70 km/h sogar dem 50fachen! Wenn Sie also mit 50 Km/h auf einen 17 Kg schweren Rehbock auffahren, prallt dieser schon mit 425 Kg auf Ihr Fahrzeug, bei 70 km/h sind es schon 850 Kg. Wenn Sie allerdings einen 80 Kilo – Keiler mit 50 km/h treffen, wird er so schwer wie ein Nashorn (2000 Kg) und bei Tempo 70 wie zwei Nashörner!