Die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze 2019 und ihre Folgen

05. Februar 2019

Die Rechengrößen, die sich 2019 erhöht haben, bestimmen darüber, bis zu welchem Einkommen Beiträge an die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen sind (Beitragsbemessungsgrenzen, kurz BBG).

Eine weitere Rechengröße gibt die Einkommensgrenze an, ab welcher sich Arbeitnehmer privat versichern können (Jahresarbeitsentgeltgrenze bzw. Versicherungspflichtgrenze):

 

2019 2018
Jahr Monat Jahr Monat
Versicherungspflichtgrenze 60.750 € 5.062,50 € 59.400 € 4.950 €
Beitragsbemessungsgrenze 54.450 € 4.537,50 € 53.100 € 4.425 €

 

Aus den BBGs ergeben sich die Höchstbeiträge für die einzelnen Sozialversicherungszweige. Jede Änderung der Rechengrößen wirkt sich deshalb auf den Beitrag derjenigen aus, die gesetzlich festgelegte Höchstbeiträge zahlen.

So ist durch die Anhebung der BBG in der Krankenversicherung 2019 der Höchstbeitrag für gesetzlich Versicherte auf 703,32 Euro gestiegen. Im Jahr 2018 lag der GKV-Höchstbeitrag plus durchschnittlichem plus durchschnittlichem Zusatzbeitrag bei 690,31 Euro.

Pflegeversicherung:

Aufgrund der Beitragssatzerhöhung liegt der Beitragssatz seit dem 01.01.2019 bei 3,05 Prozent, welcher solidarisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert wird. Selbstständige müssen den Beitragssatz zur Pflegeversicherung selbstständig aufbringen.

Zu den 3,05 Prozent kommt noch der sogenannte Kinderlosenzuschlag in Höhe von 0,25 Prozentpunkte, den kinderlose Versicherte ab dem vollendeten 23. Lebensjahr leisten müssen. Der Kinderlosenzuschlag ist von den Versicherten stets alleine zu leisten. Eine Beteiligung des Arbeitgebers am Kinderlosenzuschlag erfolgt nicht. Für kinderlose Versicherte ist mit der Beitragssatzerhöhung von 0,5 Prozent ein Gesamt-Beitrag von 3,30 Prozent zu leisten.

Sie sind privat Krankenversichert oder denken über einen Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV) nach?!
„Enorme Beitragssteigerungen bei der privaten Krankenversicherung!“ oder: „Medizinisch notwendige Behandlungen müssen Privatversicherte selbst bezahlen!“ kritisieren Verbraucherschützer mittlerweile regelmäßig.

Im Sinne einer sachlichen Diskussion sollte die PKV nicht nur einseitig kritisiert, sondern beide Krankenversicherungssysteme verglichen werden. Also auch die gesetzliche Krankenversicherung, und zwar in punkto Beitragsentwicklung und die damit einhergehende Entwicklung der Kassenleistungen.

Die Beiträge zur GKV sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen und Leistungskürzungen wurden in der Vergangenheit ebenfalls durchgeführt.

 

Leistungskürzungen in der GKV

Steigender Krankenversicherungsbeiträge zum Trotz wurden Leistungen, wie z.B. „Brille“, aus dem Leistungskatalog der GKV gestrichen. Außerdem orientieren sich Kassenleistungen immer weniger am tatsächlich vorhandenen medizinischen Fortschritt (z.B. Kunststofffüllungen, Implantate). Immer weniger Kassenpatienten erhalten tatsächlich Zugang zu diesen Leistungen, es sei denn Sie besitzen eine private Krankenzusatzversicherung.

Die Folge: Mittlerweile rechnen viele gesetzlich Krankenversicherte damit, wichtige Vorsorgeuntersuchungen nicht mehr von ihrer Kasse bezahlt zu bekommen – z.B. weil sie eine eingeführte Altersgrenze noch nicht erreicht haben oder weil für sie nach Familienkrankengeschichte kein Hochrisiko besteht, an dieser bestimmten Krankheit zu erkranken.

 

Die Beitragsentwicklung in der GKV

Eine Krankenversicherung – PKV wie auch die GKV – steigt aufgrund des medizinischen Fortschritts und des Inflationsausgleichs im Beitrag. Eine GKV kann dies durch Steuergelder ausgleichen. Das heißt: Jeder einzelne, steuerzahlende Bundesbürger, muss seinen Anteil dazu beitragen.

Ab Jahr 2017 beträgt der Steuerzuschuss für die gesetzliche Krankenversicherung 14,5 Milliarden Euro pro Jahr (Haushaltsbegleitgesetz 2014). Und zusätzlich wird der GKV-Beitrag durch Leistungskürzungen, Zuzahlungen zu medizinischen Leistungen, Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze, Erhöhung des Beitragssatzes und Einführung eines Zusatzbeitrags in der GKV real oder fiktiv erhöht.

Fazit: Der gesetzliche Krankenkassenbeitrag verändert sich ebenso wie der Beitrag zur PKV.

Die Veränderungen der GKV sind jedoch nicht nur im effektiven Zahlbeitrag zu betrachten, sondern auch in Leistungskürzungen, die Einführung von Zuzahlungen und die Erhebung von Zusatzbeiträgen.

PKV Versicherte besitzen hingegen festgeschriebene Leistungen, welche nicht veränderbar sind. Die PKV bildet kontinuierlich Rückstellungen, welche dem Vertrag des einzelnen Versicherten direkt zu Gute kommen.

 

Vorteile der privaten Krankenversicherung:

  • PKV Versicherte können den Leistungsumfang nach Ihren persönlichen Bedürfnissen zusammenstellten
  • Freie Wahl unter allen ambulant tätigen Ärzten (mit Therapiefreiheit der behandelnden Ärzte) sowie freie Krankenhauswahl (Privatkliniken, Chefarztbehandlung, Einbettzimmer)
  • Schneller Zugang zu medizinischen Innovationen (Behandlungsmethoden
  • Freie Auswahl aller zugelassenen Arzneimittel sowie freie Auswahl der Hersteller

 

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